Immunsystem

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Zur Stärkung des Immunsystems durch Aktivierung der Abwehrkräfte finden Sie hier Nährstoffe mit hoher Bioverfügbarkeit.

Als Immunsystem bezeichnet man das komplexe biologische Abwehrsystem, das Schädigungen durch Krankheitserreger verhindert. Die körpereigene Abwehr des Immunsystems neutralisiert nicht nur eingedrungene Erreger und körperfremde Substanzen. Das Immunsystem beseitigt ebenfalls veränderte Körperzellen. Das Immunsystem mobilisiert über ein dezentrales Netzwerk verschiedene Organe, spezialisierte Zellarten sowie körpereigene Substanzen für die jeweiligen Abwehrzwecke.
Nährstoffen wie Vitamin C, Vitamin D3, Vitamin A, Selen und Zink tragen zu einer normalen Immunfunktion bei und leisten somit einen entscheidenden Beitrag für die Gesunderhaltung. Neue Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass gezielte Sportbelastung hormonähnliche Immunstoffe -sogenannte Myokine- ausschütten können, die Nahbereichsimmunwirkung entfalten. Neben der Zufuhr von Vitalstoffen kommt dem körperlichen Training somit eine zusätzlich immunstärkende, überaus wichtige Rolle zu.

Selbstregulation des Immunsystems: Die wichtige Rolle von UV-Licht

Eine Forschungsarbeit konnte zeigen, wie wichtig die Kraft der Sonne bei der Heilung von Erkrankungen ist. Die in der Zeitschrift Endocrinology veröffentlichte Arbeit zeigt den Mechanismus wie folgt auf:

Wenn UV-Licht auf die Haut trifft, wird heilende Energie an mehrere Schlüsselbereiche des Körpers gesendet. Zwei davon sind das Gehirn und das endokrine System, das für die Bildung der Hormone verantwortlich ist.
Die Haut ist mit bestimmten sensorischen sowie adaptiven Fähigkeiten ausgestattet. Sie kann in gewissen Toleranzen schädlichen Umwelteinflüssen entgegenwirken und ein Gleichgewicht der Selbstregulation aufrechterhalten bzw. wiederherstellen.

„Diese komplexen Funktionen werden von einem kutanen neuroendokrinen System koordiniert, das auch bidirektional mit dem zentralen Nervensystem, dem endokrinen System und dem Immunsystem kommuniziert, die alle zusammenarbeiten, um die Homöostase des Körpers zu kontrollieren“, erklären die Forscher.

Elektromagnetische UV-Energie aus Sonnenstrahlung wird demnach in chemische, hormonelle und neurale Signale umgewandelt wird.

Trotz der Wichtigkeit von ausreichender Besonnung sowie dem Aufenthalt im Sonnenlicht ist jedoch darauf zu achten, dass übermässige UV-Bestrahlung das Hautorgan schädigen kann.
Wie so oft ist die richtige Balance der Schlüssel zur Gesundheit.

Quelle: Endocrinology. 2018 May; 159(5): 1992–2007, Published online 2018 Mar 12. doi: 10.1210/en.2017-03230, How UV Light Touches the Brain and Endocrine System Through Skin, and Why

Sonnenlicht stimuliert T-Zellen, die Infektionen bekämpfen

Zum ersten Mal berichtet 2016 eine Studie über eine direkte Reaktion menschlicher Zellen auf Sonnenlicht, jenseits der Synthese von Vitamin D und der Produktion von Melanin.

Das Sonnenlicht hat eine wichtige biologische Funktion für die Haut, wie bereits in mehreren Studien bewiesen worden ist. Dazu zählt auch die Stärkung des Immunsystems. Unter anderem ist gezeigt worden, dass Vitamin D, das durch die Sonneneinstrahlung gebildet wird, die Expression anti-mikrobieller Proteine erhöht. Also haben die Forscher sich folgerichtig gefragt, ob weitere Komponenten zur Stärkung des Immunsystems beitragen.

Aus diesem Grund haben die Wissenschaftler der Georgetown University Medical Center Untersuchungen durchgeführt, die den Einfluss der blauen Lichtanteile (Ultraviolettes Licht) auf das Immunsystem beleuchten sollten.

Für diesen Zweck wurden Kulturzellen von Mäusen und Zellen aus menschlichem Blut den blauen Lichtanteilen ausgesetzt. Die untersuchten Proben enthielten auch T-Zellen. Es handelt sich hierbei um einen Typ der weissen Blutkörperchen, die für die Identifikation und Zerstörung von Eindringlingen zuständig sind, aber auch für die Identifikation von Krebszellen im Körper.

Die Forscher untersuchten den molekularen Signalweg, der durch das Sonnenlicht aktiviert wird und fanden heraus, dass bei niedriger Intensität (<300 mJ/cm2) die T-Zellen ihre Mobilität erhöhen. Ausgelöst wird dieser Prozess durch die Produktion von Wasserstoffperoxid, einem Molekül, das von weissen Blutkörperchen beim Vorhandensein von Infektionen freigesetzt wird. Wasserstoffperoxid aktiviert eine Signalkaskade, die zu höherer Beweglichkeit von T-Zellen führt.

Der Leiter der Untersuchung, Dr. Gerard Abhern, bietet einen Einblick auf diese Erkenntnis: „Wir alle wissen, dass Sonnenlicht zur Produktion von Vitamin D führt, das unter anderem einen Einfluss auf das Immunsystem hat. Wir haben aber eine komplett andere Wirkung des Sonnenlichts auf das Immunsystem gefunden.“ Er führt weiterhin aus: „T-Zellen, ob Helfer-T-Zellen oder Killer-T-Zellen, müssen sich bewegen, um ihr Werk zu verrichten. Dieses besteht darin, sich zu der Stelle der Infektion zu bewegen und eine vielseitige Reaktion auszulösen. Unsere Untersuchung zeigt, dass das Sonnenlicht die T-Zellen direkt aktiviert, indem es die Beweglichkeit der Zellen erhöht.“

Diese Studie belegt nochmals eindrücklich den Nutzen des Sonnenbadens und widerspricht den pauschalisierten Warnungen vor Sonnenstrahlung, die uns täglich aus den Medien erreichen. Selbstverständlich sollte man sich nur so lange der Sonne aussetzen, wie der eigene Hauttyp es erlaubt und die Dauer der Aufenthalte allmählich steigern, um Sonnenbrand und Hautverletzungen zu vermeiden. Die generalisierte Verteufelung des Sonnenlichts und die Aufforderungen zum regelmässigen Gebrauch von Sonnencremes ab dem Beginn der Besonnung führen unweigerlich dazu, dass die oben beschriebenen Prozesse der Aktivierung der Immunsystems, sei es durch Vitamin D oder direkt durch die Aktivierung der T-Zellen, nicht mehr stattfinden können. Die Verwendung von schützenden Sonnencremes macht also nach einer Grundbelichtung Sinn, die die oben beschriebenen Effekte ermöglicht.

 

Autor: Dr. A. Dupper
Quelle: Phan, T. et al. Intrinsic Photosensitivity Enhances Motility of T Lymphocytes. Scientific Reports, 2016.
Sunlight offers surprise benefit—it energizes infection fighting T cells. Medical Express, 2016